Prinzmetal
  • Beteiligung Installation

  • Ludwigsburg

  • 2015

  • Bauherr

    Ev. Gesamtkirchengemeinde Ludwigsburg

  • Beteiligte

    Sara Reichwein, Thomas Rustemeyer, Max Mütsch, Janna Tzoulakis

  • Bildcredits

    Robert Hamacher

  • Zeichnungen

    Thomas Rustemeyer

Im Jahr 2015 wurde die Kreuzkirche in Ludwigsburg 50 Jahre alt. Es stellte sich die Frage, in welcher Art sich ein Kirchengemeindezentrum verändern muss, um weiterhin ein Zentrum im Quartier zu bleiben.
In einem Beteiligungsprozess wurden in einer Serie von Workshops mit Akteuren vor Ort, mögliche Zukunftsszenarien entwickelt, um daraus ist eine Entwurfsplanung abzuleiten, die mit wenigen, minimalen Eingriffen das denkmalgeschützte Ensemble programmatisch an neue Bedürfnisse anpassen kann.

Bau und Beteiligung

1 Blumenaktion
08.03.–14.06.15
Als ersten Impuls im Beteiligungsprozess nimmt jedes Gemeindemitglied einen Beutel mit Saatgut in seine Obhut. 
Am ersten Workshoptag werden alle Setzlinge in ein Modell des Kreuzkirchen-Ensembles gepflanzt. So bringen wir gemeinsam den Kirchplatz zum Blühen.

2 Raumsafari
14.06.15
Gemeinsam starten wir den Beteiligungsprozess mit der Erkundung des Kreuzkirchen-Ensembles und der spontanen Entdeckung von Qualitäten und Möglichkeiten. Alle Türen stehen offen. Jeder Winkel kann unter die Lupe genommen werden und mit Raumstickern und Steckbriefen spielerisch charakterisiert und bewertet werden.


Wünsch dir was
14.06.15
Im zweiten Teil des Workshops steht das Sammeln von unterschiedlichsten Ideen im Mittelpunkt. Alles ist zunächst möglich. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt! 
Welche Rolle spielt das Gemeindezentrum im Stadtquartier? Was wünsche ich mir für die Zukunft der Kirchengemeinde? Was fehlt dem Ort? Welche neuen Akteure sind denkbar? Welche neuen Nutzungen wären toll?

3 Planspiel »Zukunft Kreuzkirche«
21.06.15
In dem Planspiel »Zukunft Kreuzkirche« entwickeln die Gemeindemitglieder neue Visionen für das Gemeindezentrum. Diese werden spielerisch verhandelt, diskutiert, gegeneinander abgewogen und werden so geschärft. Phantasievolle und ungewohnte Lösungen zu den zuvor erarbeiteten Themenschwerpunkten zeichnen so ein neues Bild vom Gemeindezentrum Kreuzkirche.

4 Bauworkshop
04. – 05.07.15

Die Erkenntnisse aus den ersten beiden Workshops bilden die Grundlage für eine räumliche Intervention.
 Diese wird mit vereinten Kräften während des Bau-Workshops 1:1 realisiert.
 Sofort und unmittelbar kann die neue räumliche Situation getestet und erfahren werden.

5 Gemeindefest
12.07.15
Testphase am Gemeindefest.
 Die gebauten Ideen können nun erlebt und erprobt werden.

6 Räumliches Fazit
15.10.15
Die im Beteiligungsprozess gesammelten Anregungen, Ideen und Wünsche, sowie die Erkenntnisse der Testphase werden in ein räumlich architektonisches Fazit übertragen. Dieses ist eine Vision, wie sich die Kreuzkirche zukünftig entwickeln kann.

"Das können wir nur gemeinsam entscheiden"

»Warum eigentlich ein Beteiligungsprozess im Rahmen der Renovierung unseres Gemeindehauses? Mit dieser Frage haben wir uns im Kirchengemeinderat eingehend beschäftigt. Die Renovierung ist notwendig, da nach 50 Jahren Nutzung unseres Gemeindehauses dringend umfangreiche Modernisierungsmaßnahmen unserer Räumlichkeiten anstehen. Barrierefreiheit, Elektroleitungen, Heizungsanlage, Dichtigkeit der Fenster und Türen und Sanitäranlagen sind Themen, die angegangen werden müssen. Wir wollen aber nicht nur Mängel beseitigen, sondern auch gemeinsam den Weg in die Zukunft gehen!

Dabei beschäftigen uns vor allem folgende Fragen:

Wie stellen wir uns für die Zukunft richtig auf? Welche Entwicklung unserer Kirchengemeinde und unseres Stadtteils Schlößlesfeld wünschen wir uns? Wie begegnen wir demografischem Wandel, strukturellen Veränderungen in der Kirche und Veränderungen im Schlößlesfeld? Was ist gut und erhaltenswert und wo lassen wir uns auf Neuerungen ein?
Wir haben diesen Beteiligungsprozess initiiert, um einander an unseren Vorstellungen teilhaben zu lassen und gemeinsam eine Vision zu entwickeln. Das kann und will der Kirchen­gemeinderat nicht alleine!
Wir haben uns bewusst dafür entschieden, diesen Weg gemeinsam zu gehen – mit den Menschen unserer Gemeinde, unseres Stadtteils und allen, die Lust haben, ihre Ideen einzubringen! Dies ist der Grund, weshalb wir uns für diesen Beteiligungsprozess entschieden haben, der auch von der Gesamtkirchengemeinde mitgetragen und unterstützt wird.«

Für den Kirchengemeinderat
Bärbel Gnamm, Pfarrerin und
Christian Liebchen, gewählter Vorsitzender
des Kirchengemeinderats